Mit der Zündapp nach England…
Hallo liebe Leser !
Seit Samstag, dem 27.06. bin ich wieder zu Hause. Ich war 8 Tage lang mit meinem Kumpel Lars auf Tour – mit 70ccm bzw. 102ccm durch Südengland. 1400km inkl. An- und Rückreise durch Belgien. Nur Landstrasse, nur über die Dörfer, mit maximal 75km/h.
Was soll ich sagen : Südengland, also Kent/Sussex ist soooo schön. Traumhafte Strassen, wunderschöne Orte, das Meer vor der Nase und überall nette, freundliche und humorvolle “Locals”. Dazu noch ein Traumwetter ohne Regen, dafür mit vieeeel Sonne.
Die Anfahrt lief von Köln aus Richtung Holländische Grenze, kurz mal durchs Land der Tulpenknicker, dann rein nach Belgien Richtung Mechelen, Gent, Veurne und noch den Sprung nach Frankreich, Dünkirchen. Dort erstmal auf dem Campingplatz übernachten, weil wir zu diesem Zeitpunkt 13 (!!!) Stunden auf den Rollern verbracht haben, inkl. Tank/Kippen/Pinkel/Futterpausen.
Am nächsten Morgen ging es mit der Fähre (Norfolk Lines) nach Dover, was gerade mal zwei Stunden dauert und recht kurzweilig war.
Von dort aus ging es nach Hastings, wo wir mangels Campingplatz erstmal zwei Nächte B&B gemacht haben und natürlich ging es auch auf die Piste…Direkt der erste Abend war mehr als schräg, nachdem wir zwei Engländer kennenlernten und mit denen saufen waren. Ziemlich strange, aber lustig. “Battle” in der Nähe von Hastings (“1066 Country“) musste natürlich sein, als historischer Ort wilder Schlachten und Geschichte, inkl. Battle Abbey…Schöner Ort. Schon da fiel auf : Engländer sind sehr freundlich und zuvorkommend, man soll es kaum glauben. Nettes Volk !
Nach Hastings war Brighton an der Reihe, mit kleinem Umweg über “Pevensey Castle” (ja, Kultur muss auch sein…). In Brighton war gemütliches Camping angesagt (“Sheepcote Valley Campingplatz”, durchaus zu empfehlen). Grillen, Minigolf, Zocken auf der Pier etc. etc…Viel zu tun, zu wenig Zeit, und zwischendurch noch in der Umgebung (“Lewes“) Sehenswürdigkeiten angucken…Abends gab es dann halt “Disposable BBQ” und Bier/Wein. Beim Bier haben wir uns auf Stella Artois eingeschossen, was angesichts der lokalen Alternativen eigentlich die beste Wahl ist…
Nach 3 Tagen in Brighton mussten wir uns wieder auf den Rückweg machen, also zurück Richtung Rye, dort B&B, Saufen im Pub mit zwei lustigen englischen Idioten (“Big Angry German”, damit war ich gemeint), wobei wir die Jukebox und die Anwesenden im Pub mit lustiger Musik Marke Slayer´s “Reign in Blood” etc. gequält haben…Besoffen Dart spielen und im Kopf Punkte rechnen ist ne ziemlich vertrackte Angelegenheit, fällt mir da auf
Am nächsten Tag ging es leider wieder zurück nach Dover, wobei wir uns den eigentlich angedachten Besuch Dover Castles aus Zeitgründen schenken mussten…Fähre, Zeit totschlagen, und wieder runter vom Schiffchen in Dünkirchen. Den Nachmittag und Abend sind wir dann noch bis Gent durchgefahren, um dort in einem…ähm…ganz tollen Formula1-Motel unterzukommen. Naja, für die Nacht hat es gereicht.
Am nächsten Tag mit Rückenwind zurück nach Köln, und pünktlich in Bergheim fing es an zu regnen wie Schwein. Nass und sehr kaputt waren wir dann froh, endlich zu Hause anzukommen…
Trotz der tierischen An- und Rückfahrt : Es war sehr schön. Einfach ein ziemlich relaxter Urlaub ohne wirkliche Planung und Ahnung, wo es uns hinverschlägt. Eigentlich so, wie es sein soll, denke ich. Es gibt allerdings auch so viel zu sehen in Südengland, daß man kaum irgendwo landen kann, wo´s uninteressant ist.
Habe ich schon erwähnt, daß Rollerfahren in England sehr entspannt ist ? Keiner hupt, keiner drängelt, sogar mit den Rollern auf der Autobahn (“Motorway”) war überhaupt kein Problem und ab 50ccm ja auch erlaubt.
Die Roller haben übrigens hervorragend durchgehalten – auch wenn der Zündapp der Auslass abvibrierte, was die Geräuschkulisse ein wenig verschärft hat – technisch gab es keinerlei Probleme, nicht die kleinste Panne !
Auf der Hinfahrt haben wir noch zwei Scooterists aus Kleve getroffen, die mit Ihren Vespas bis nach “Lands End” in Cornwall wollten – 2200km in 5 (?) Tagen ! Und anschliessend auch noch auf den Run der Monsuner…An dieser Stelle einen schönen Gruß an Tilo & Daniel!
Roller haben wir jetzt nicht wirklich viele gesehen : Zwei oder drei am Strassenrand, ein paar Scooterists in Brighton, und einen recht wild tätowierten Herren in der Nähe von Folkstone, mit einer Speedorange-farbenen Lammy, die allerdings nicht so wollte, wie er : Laufen. Treten, Kerze raus, trocknen, Kerze rein, treten, Kerze raus…Er wollte ein wenig mit uns mitfahren, ging aber nicht.
Hier jetzt auch endlich die versprochenen Photos, zumindest so halbwegs sortiert :
Anreise durch Belgien und Fährüberfahrt Dünkirchen-Dover :
Rye, Hastings, Brighton, Lewes, Battle :

































